Über unsFalldokumentationenBerichteNewsarchivMedienUns unterstützenVolltextsuche
 

Position:   Newsarchiv

< Vorheriger Artikel
24.04.2017 Von: EH

Verletzliche Flüchtlinge schützen!

Die Mitglieder von Amnesty Schweiz haben auf ihrer Generalversammlung in Basel einen Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung durch die Schweiz verabschiedet. Die SBAA unterstützt diesen Appell, hat sie doch dieselbe Forderung auch schon mehrfach gestellt!


Wie Amnesty Schweiz schreibt, steht die Schweiz  bei den Dublin-Rückführungen an der Spitze Europas. In den vergangenen sechs Jahren hat sie 19`517 Personen in ein anderes europäisches Land zurückgeschickt. Das entspricht 15% aller Asylsuchenden, die in die Schweiz gekommen sind. Im Vergleich dazu: in Deutschland betrifft das nur drei Prozent der Asylsuchenden. Die SBAA findet insbesondere die Schweizer Praxis, noch immer Asylsuchende ins völlig überlastete Italien rückzuführen, stossend. Lesen Sie hierzu unseren Fachbericht "Besonders verletzliche Personen im Dublin-System - das Beispiel Italien".

 

"Die Schweiz wendet die Dublin-Verordnung zu strikt an", sagte Denise Graf, Asylexpertin von Amnesty Schweiz. "Dieser übertriebene Formalismus kann bei den Betroffenen die psychische und physische Gesundheit beeinträchtigen und zu einer Verletzung ihrer Grundrechte sowie der Rechte von Kindern führen." Amnesty Schweiz kritisiert weiter, dass im Rahmen des Dublin-Abkommens Familien getrennt, Kinder mitten im Jahr aus ihrer Schulklasse gerissen und Kranke in ein Land abgeschoben werden, in dem ihre medizinische Versorgung nicht garantiert ist.

 

Das könnte vermieden werden, wenn die Schweiz Paragraph 17 der Einleitung zur Dublin-Verordnung III beherzigen würde, wonach sie in Härtefällen und/oder aus humanitären Gründen selbst über einen Asylantrag entscheiden kann.

 

In einem nationalen Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung fordern die Mitglieder der Schweizer Sektion von Amnesty International deshalb gemeinsam mit den Organisationen Solidarité Tattes, Collectif R, Solidarité sans frontières und Droit de Rester vom Bundesrat, dass die Schweiz vermehrt von dieser Möglichkeit Gebrauch macht. Dublin-Rückschaffungen sollen vermieden werden, wenn Asylsuchende für Kleinkinder oder bereits eingeschulte Kinder verantwortlich sind, Familienangehörige haben, die bereits in der Schweiz leben, im Ausland nicht ausreichend medizinisch betreut werden können oder einen sogenannten Härtefall darstellen. Die kantonalen Behörden sollen zudem beim Vollzug von Dublin-Rückschaffungen internationales Recht und insbesondere die UNO-Kinderrechtskonvention respektieren.

 

Unterschreiben Sie hier den Appell!


Über unsFalldokumentationenBerichteNewsarchivMedienUns unterstützenVolltextsuche