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11.09.2017 Von: EH

Junge Familie soll getrennt werden - Dublin-Härte fehl am Platz

Die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht (SBAA) fordert einen humanen Umgang mit so genannten Dublin-Fällen. Die SonntagsZeitung berichtet von einer jungen syrischen Familie die getrennt werden soll - das ist kein Einzelfall!


Obwohl das Paar nach islamischem Recht verheiratet ist und eine kleine Tochter hat, soll die Mutter und das viermonatige Kind nach Kroatien zurückgeschafft werden. Bereits 2015 wurde die damals im zweiten Monat schwangere Rozan Dawoud in Fesseln nach Kroation zurückgeführt. Hochschwanger gelang ihr im Mai 2016 nach mehrmaligen Versuchen die erneute Einreise in die Schweiz. Am 16. Mai 2016 brachte sie ihre Tochter Myaz in Thun zur Welt. Die Kleine hat einen Herzfehler und muss regelmässig zu ärztlichen Kontrollen gehen. Das Paar setzt alles daran, um in der Schweiz zusammen zu leben, er (vorläufig aufgenommen) arbeitet und kommt für die Familie auf. Mittlerweile hat das Paar einen Anwalt hinzugezogen und aufgrund einer hängigen Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde ein Vollzugsstopp veranlasst. Nun können Dokumente zum Herzfehler ihrer kleinen Tochter und zur angestrebten Standesamtlichen Heirat in der Schweiz nachgereicht werden.

 

 

Artikel "Die Asylbehörde reisst eine Familie auseinander", SonntagsZeitung vom 10.9.2017: Seite 1 und Seite 2.

 

 

Leider ist der geschilderte Fall kein Einzelfall. Der SBAA sind mehrere Fälle bekannt, bei denen trotz wichtiger persönlicher Gründe, die Rückführung in den Dublin-Erststaat für wichtiger befunden wurde. Dies obwohl das Staatssekretariat für Migration (SEM) die Möglichkeit hat, ein Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, wenn humanitäre Gründe einer Rückweisung in das erste Dublin-Land entgegenstehen.

 

 

So auch im Fall von "Neyla"

 

Fall 310: «Neyla» flieht aus Eritrea, weil sie wegen der Flucht ihres Sohnes aus dem Militär, mehrfach inhaftiert wurde. Sie reiste über Italien zu ihrem vorläufig aufgenommenen Sohn in die Schweiz ein. In der Schweiz angekommen erhielt sie einen Nichteintretensentscheid, ohne Prüfung der individuellen Garantien für eine gerechte Unterbringung in Italien. Sie ist 70 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen, ihr Sohn will sich um sie kümmern, in der Schweiz darf sie trotzdem nicht bleiben.

 

Die Schweiz entscheidet sich in Dublin-Fällen zu häufig für einen stur bürokratischen Weg, ohne die Situation der betroffenen Personen gebührend zu beachten. Das muss sich ändern!

 

Unterschreiben Sie hier den Dublin-Appell für eine menschlichere Dublin-Politik!


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