«FRAUENFLUCHTASYL»

Der Fach­be­richt zeigt auf, wel­chen Hür­den sich Frau­en und Mäd­chen auf der Flucht und im schwei­ze­ri­schen Asyl­ver­fah­ren stel­len müs­sen.

Von rund 60 Mil­lio­nen Flücht­lin­gen auf der Welt sind etwa die Häl­fe Frau­en und Mäd­chen. Sie flie­hen aus Kriegs­si­tua­tio­nen, oder weil sie aus poli­ti­schen oder reli­giö­sen Grün­den ver­folgt wer­den. Sie ver­las­sen ihre Her­kunfts­län­der, weil sie Opfer von Zwangs­hei­rat, Geni­tal­ver­stüm­me­lun­gen, sexua­li­sier­ter oder häus­li­cher Gewalt, Wit­wen­ver­bren­nung oder geschlechts­spe­zi­fi­scher Aus­beu­tun­gen gewor­den sind oder von sol­chen gesell­schaft­li­chen Über­grif­fen bedroht wer­den.

Über­le­ben Frau­en und Mäd­chen sexu­el­le Gewalt, Aus­beu­tung, Miss­hand­lun­gen oder Ent­füh­rung auf der Flucht und kom­men schliess­lich in der Schweiz an, wer­den sie mit neu­en Hür­den im schwei­ze­ri­schen Asyl­ver­fah­ren kon­fron­tiert. Ihre Flucht­ge­schich­ten wer­den oft als «nicht glaub­haft» bewer­tet, Unge­nau­ig­kei­ten, Wider­sprü­che und Unge­sag­tes wer­den nicht als Aus­druck der Trau­ma­ti­sie­rung aner­kannt, son­dern als Unwahr­hei­ten abge­tan. Man ori­en­tiert sich viel zu wenig an den oft sehr schwie­ri­gen Lebens­rea­li­tä­ten und an der Recht­lo­sig­keit von Frau­en und Mäd­chen in ihren Her­kunfts­län­dern.

Das Schwei­ze­ri­sche Asyl­recht aner­kennt zwar frau­en­spe­zi­fi­sche Flucht­grün­de – im Asyl­ver­fah­ren wer­den jedoch Frau­en­rech­te oft miss­ach­tet. «Weil sich das Asyl­ver­fah­ren in der Schweiz nach wie vor am Pro­to­typ des männ­li­chen Flücht­lings ori­en­tiert, wer­den die Rech­te von Frau­en und Mäd­chen oft miss­ach­tet», sagt Ruth-Gaby Ver­mot, Prä­si­den­tin der SBAA. Dies darf nicht hin­ge­nom­men wer­den. Damit sich die Situa­ti­on in Zukunft ver­bes­sert, wer­den im Bericht For­de­run­gen und Lösungs­an­sät­ze zuhan­den der Behör­den for­mu­liert.

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