Kein Rück­kehr­zen­trum in Prê­les

Das Ber­ner Kan­tons­par­la­ment ent­schied, dass es im abge­le­ge­nen Prê­les kein Rück­kehr­zen­trum für abge­wie­se­ne Asyl­su­chen­de geben wird.

Am Mitt­woch­mor­gen ent­schied das Ber­ner Kan­tons­par­la­ment mit 80 zu 73 Stim­men, dass es im abge­le­ge­nen Prê­les kein Rück­kehr­zen­trum für abge­wie­se­ne Asyl­su­chen­de geben wird. Der Wider­stand gegen das geplan­te Zen­trum war immer grös­ser gewor­den. Der Kan­ton Bern woll­te das ehe­ma­li­ge Jugend­heim umnut­zen und dort ab der zwei­ten Jah­res­hälf­te 350 bis 450 abge­wie­se­ne Asyl­su­chen­de unter­brin­gen.

Die SBAA ist erleich­tert über den Ent­scheid des Kan­tons­par­la­ments. Sie teil­te die For­de­rung der Akti­ons­grup­pe Prê­les nach einer men­schen­wür­di­gen Unter­brin­gung für alle Asyl­su­chen­de. Grund­le­gen­de Men­schen­rech­te, die in der Bun­des­ver­fas­sung und Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK) garan­tiert sind, wären mit der Unter­brin­gung in Prê­les stark ein­ge­schränkt wor­den. Bei der Unter­brin­gung in Prê­les wären ins­be­son­de­re das Rech­te auf Bewe­gungs­frei­heit, das Recht auf Pri­vat­sphä­re, das Recht auf Hil­fe in Not­la­gen tan­giert sowie die Rech­te von Kin­dern und Jugend­li­chen, die sich auch aus der UNO-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on (KRK) ablei­ten. Die SBAA for­dert, dass auch in Zukunft die Grund- und Men­schen­rech­te von abge­wie­se­nen Asyl­su­chen­den ein­ge­hal­ten wer­den.

Arti­kel im Bund vom 13.03.2019: Regie­rung sucht «Plan B» für das geschei­ter­te Rück­kehr­zen­trum