Par­Let­ter Früh­jahr 2026: Kri­ti­sche Ein­ord­nung aktu­el­ler asyl- und migra­ti­ons­po­li­ti­scher Vorstösse

Die SBAA ord­net im aktu­el­len Par­Let­ter zen­tra­le Geschäf­te der Früh­jahrs­ses­si­on 2026 ein. Im Fokus ste­hen Vor­stös­se zu häus­li­cher Gewalt im Migra­ti­ons­kon­text, zu Sozi­al- und Not­hil­fe, zu sicher­heits­po­li­ti­schen Son­der­mass­nah­men im Asyl­be­reich sowie zur unent­gelt­li­chen Rechts­pfle­ge. Der Par­Let­ter zeigt, wo poli­ti­sche Ant­wor­ten an den tat­säch­li­chen Pro­ble­men vor­bei­ge­hen und statt­des­sen Not­la­gen verschärfen. 

Der aktu­el­le Par­Let­ter der SBAA greift poli­ti­sche Vor­stös­se auf, die auf sehr unter­schied­li­che Pro­blem­la­gen reagie­ren, in der Kon­se­quenz aber oft in die­sel­be Rich­tung wei­sen: Schutz wird an Bedin­gun­gen geknüpft, sozia­le Unter­stüt­zung wei­ter ein­ge­schränkt und rechts­staat­li­che Garan­tien rela­ti­viert. Beson­ders deut­lich zeigt sich das in der Debat­te um häus­li­che Gewalt im Migra­ti­ons­kon­text. Die SBAA begrüsst, dass der Hand­lungs­be­darf aner­kannt wird, warnt aber davor, Prä­ven­ti­on und Opfer­schutz mit Inte­gra­ti­ons­pflich­ten oder migra­ti­ons­recht­li­chen Sank­tio­nen zu ver­knüp­fen. Wirk­sa­mer Gewalt­schutz setzt dort an, wo Betrof­fe­ne tat­säch­lich Unter­stüt­zung erhal­ten: beim dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugang zu Bera­tung, Schutz und siche­ren Unter­künf­ten ohne Angst vor nega­ti­ven aus­län­der­recht­li­chen Folgen.

Kri­tisch ein­ge­ord­net wer­den zudem meh­re­re Vor­stös­se, die Sozi­al­hil­fe, Här­te­fall­re­ge­lun­gen oder Not­hil­fe im Asyl­be­reich als angeb­li­che «Fehl­an­rei­ze» dar­stel­len. Der Par­Let­ter zeigt, dass die­se Argu­men­ta­ti­on an der recht­li­chen und prak­ti­schen Rea­li­tät vor­bei­geht: Die Leis­tun­gen sind bereits heu­te stark ein­ge­schränkt, und wei­te­re Ver­schär­fun­gen wür­den kaum Steue­rungs­wir­kung ent­fal­ten, dafür aber Not­la­gen ver­schär­fen. Beson­ders pro­ble­ma­tisch ist dies bei der Not­hil­fe, die in der Pra­xis oft lan­ge Jah­re dau­ert und von der auch hun­der­te Kin­der und Jugend­li­che betrof­fen sind.

Der Par­Let­ter the­ma­ti­siert aus­ser­dem neue Hür­den beim Zugang zur unent­gelt­li­chen Rechts­pfle­ge im Asyl­ver­fah­ren sowie sicher­heits­po­li­ti­sche Vor­stös­se, die pau­schal auf «kri­mi­nel­le Asyl­su­chen­de» zie­len und neue Son­der­mass­nah­men im Asyl­recht schaf­fen wol­len. Aus Sicht der SBAA dro­hen sol­che Ansät­ze bestehen­de Schutz- und Ver­fah­rens­rech­te zu schwä­chen, ohne trag­fä­hi­ge Ant­wor­ten auf die tat­säch­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu bieten.

Hier gehts zur Über­sicht aller Par­Let­ter der SBAA: https://beobachtungsstelle.ch/de/hauptmenu/berichte/parletter/

Vor jeder Ses­si­on tauscht sich die SBAA mit diver­sen Akteur:innen der Zivil­ge­sell­schaft, dar­un­ter Soli­da­ri­té Sans Fron­tiè­res (SOSF), asile.ch, Eli­sa-asi­le, ODAE-Romand, dem Cent­re Social Pro­tes­tant (CSP) sowie wei­te­ren, über die anste­hen­den Geschäf­te im Par­la­ment aus. Unse­re und wei­te­re span­nen­de Ana­ly­sen fin­den Sie auch auf deren Websites.

09. März 2026 (mh)