Die Schweiz ver­letzt erneut Anti-Fol­ter­kon­ven­ti­on

Der UN-Aus­schuss gegen Fol­ter (CAT) hat die Schweiz in einem wei­te­ren Fall gerügt und die Ver­let­zung der Anti-Fol­ter­kon­ven­ti­on fest­ge­stellt.

Der Ent­scheid des UN-Aus­schus­ses gegen Fol­ter (CAT) vom 6. Dezem­ber 2018 betrifft den Äthio­pi­er A.H., der auf­grund sei­nen poli­ti­schen Akti­vi­tä­ten im Hei­mat­land inhaf­tiert und gefol­tert wor­den war. In Ita­li­en wur­de er als Flücht­ling aner­kannt, muss­te aber trotz­dem auf der Stras­se leben und erhielt nicht die not­wen­di­ge medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Des­we­gen reis­te er nach Nor­we­gen und ersuch­te um Asyl. Nor­we­gen trat nicht auf das Asyl­ge­such ein, gewähr­te ihm jedoch medi­zi­ni­sche Behand­lung. Nach­dem sich sei­ne Situa­ti­on nach eini­gen Mona­ten sta­bi­li­siert hat­te, wur­de er nach Ita­li­en zurück­ge­schickt. Nor­we­gen hat­te von Ita­li­en die Zusi­che­rung ein­ge­holt, dass A.H. medi­zi­nisch betreut und sozi­al beglei­tet wird – trotz­dem lan­de­te er in Ita­li­en wie­der auf der Stras­se.

A.H. reis­te des­halb in die Schweiz und stell­te ein Asyl­ge­such. Das Staats­se­kre­ta­ri­at für Migra­ti­on (SEM) trat auf das Gesuch jedoch nicht ein und ver­füg­te die Weg­wei­sung nach Ita­li­en. Das SEM infor­mier­te die ita­lie­ni­schen Behör­den weder über die Ver­letz­lich­keit noch die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se von A.H. und klär­te auch nicht ab, ob er adäquat unter­ge­bracht und medi­zi­nisch ver­sorgt wird. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die Weg­wei­sung nach Ita­li­en.

Das Cent­re Suis­se pour la Défen­se des Droits des Migrants (CSDM) mach­te dar­auf­hin Beschwer­de beim CAT. In sei­nem Ent­scheid hält der CAT nun fest, dass die Weg­wei­sung von A.H. nach Ita­li­en gegen das Refou­le­ment-Ver­bot der Anti-Fol­ter­kon­ven­ti­on (FoK) ver­stos­se, da der Man­gel an Behand­lung und Unter­stüt­zung für Fol­ter­op­fer eine unmensch­li­che und ernied­ri­gen­de Behand­lung dar­stel­le. Die Schwei­zer Behör­den müs­sen den Fall nun noch­mals prü­fen.

Hier fin­den Sie die Medi­en­mit­tei­lung des Cent­re Suis­se pour la Défen­se des Droits des Migrants (CSDM)