Anni Lanz in 2. Instanz ver­ur­teilt

Die Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin wur­de ges­tern vom Kan­tons­ge­richt Wal­lis für ihr soli­da­ri­sches Han­deln erneut schul­dig gespro­chen.

Das Bezirks­ge­richt Brig ver­ur­teil­te im ver­gan­ge­nen Dezem­ber Anni Lanz wegen För­de­rung der rechts­wid­ri­gen Ein­rei­se zu einer Bus­se wegen Ver­stos­ses gegen Art. 116 des Aus­län­der- und Inte­gra­ti­ons­ge­set­zes. Anni Lanz hat­te dage­gen Beru­fung ein­ge­legt, ges­tern bestä­tig­te das Kan­tons­ge­richt Wal­lis das Urteil in 2. Instanz. Ob sie das Urteil wei­ter­zieht, ist noch offen.

Die Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin woll­te einen Afgha­nen, der nach Ita­li­en aus­ge­schafft wor­den war, von Domo­dos­so­la zurück in die Schweiz holen. Nebst der unrecht­mäs­si­gen Aus­schaf­fung begrün­de­te sie ihr Han­deln damit, dass sie den kran­ken und sui­zid­ge­fähr­de­ten Afgha­nen bei Tem­pe­ra­tu­ren von minus 10 Grad nicht auf der Stras­se las­sen konn­te.

Die SBAA kri­ti­siert das Urteil, das eine Kri­mi­na­li­sie­rung von huma­ni­tä­rer Hil­fe und Soli­da­ri­tät zur Fol­ge hat. Men­schen, die sich unei­gen­nüt­zig, fried­lich und soli­da­risch ein­set­zen und kei­ne finan­zi­el­len Vor­tei­le aus ihrem huma­ni­tä­ren Han­deln zie­hen, sol­len geschützt und nicht sank­tio­niert wer­den. Soli­da­rité sans Fron­tiè­res und Amnes­ty Inter­na­tio­nal haben des­halb eine Peti­ti­on für eine Anpas­sung von Art. 116 des Aus­län­der- und Inte­gra­ti­ons­ge­set­zes lan­ciert. Die Peti­ti­on ver­langt, «dass Per­so­nen, die Hil­fe leis­ten, sich nicht straf­bar machen, wenn sie dies aus ach­tens­wer­ten Grün­den tun“.

Arti­kel in der WOZ: Anni Lanz erneut ver­ur­teilt