Gel­ten­des Recht

Fol­gen­de Geset­zes­tex­te und Abkom­men sind für Men­schen, die vom schwei­ze­ri­schen Migra­ti­ons­recht betrof­fen sind, rele­vant:

Natio­na­les Recht

Die Schwei­ze­ri­sche Bun­des­ver­fas­sung (BV) ist das Fun­da­ment der schwei­ze­ri­schen Gesetz­ge­bung. Je nach Grund­recht gel­ten die­se für alle in der Schweiz anwe­sen­den Per­so­nen oder nur für einen ein­ge­schränk­ten Adres­sa­ten­kreis.

Das Asyl­ge­setz (AsylG) regelt die Asyl­ge­wäh­rung, die Rechts­stel­lung der Flücht­lin­ge und den vor­über­ge­hen­den Schutz der Schutz­be­dürf­ti­gen in der Schweiz sowie deren Rück­kehr.

Das Aus­län­der­ge­setz (AuG) regelt die Ein- und Aus­rei­se, den Auf­ent­halt und den Fami­li­en­nach­zug von Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­dern in der Schweiz, solan­ge kei­ne ande­ren Bestim­mun­gen des Bun­des­rechts oder von der Schweiz abge­schlos­se­nen völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge zur Anwen­dung kom­men.

Inter­na­tio­na­le Abkom­men

Die Dub­lin-III-Ver­ord­nung ist seit 2014 in Kraft und regelt, wel­cher Staat im Dub­lin-Raum für die Behand­lung eines Asyl­ge­suchs zustän­dig ist. Das Dub­lin-Ver­fah­ren soll dadurch effi­zi­en­ter und die Rechts­ga­ran­ti­en für Asyl­su­chen­de aus­ge­baut wer­den. Mehr Infor­ma­tio­nen zur Über­nah­me und Anwen­dung der Dub­lin III-Ver­ord­nung in der Schweiz gibt es in einer Medi­en­mit­tei­lung des Bun­des­ra­tes.

Die Kon­ven­ti­on zum Schut­ze der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten (EMRK) ist für die Schweiz 1974 in Kraft getre­ten und rechts­ver­bind­lich. Zudem hat die Schweiz fünf Zusatz­pro­to­kol­le der EMRK unter­zeich­net und ins natio­na­le Recht auf­ge­nom­men.

Das Abkom­men gegen Fol­ger und ande­re grau­sa­me, unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung oder Stra­fe (FoK) trat für die Schweiz 1997 in Kraft und ist rechts­ver­bind­lich.

Die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on (GFK) defi­niert den Begriff des Flücht­lings sowie die Rechts­stel­lung der Betrof­fe­nen. Die Unter­zeich­ner­staa­ten ver­pflich­ten sich damit, den Men­schen, wel­che die Flücht­lings­ei­gen­schaft erfül­len, die Min­dest­stan­dards der GFK zu gewähr­leis­ten. Die Schweiz hat das Abkom­men 1955 rati­fi­ziert. Ob die Betrof­fe­nen neben die­sen Stan­dards auch Asyl und die damit ein­her­ge­hen­den Rech­te erhal­ten, ist natio­nal gere­gelt, in der Schweiz im Asyl­ge­setz.

Das Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und häus­li­cher Gewalt (Istan­bul-Kon­ven­ti­on) wur­de von der Schweiz 2017 rati­fi­ziert und ist am 1. April 2018 in Kraft getre­ten. Sie ist auf euro­päi­scher Ebe­ne das ers­te bin­den­de Instru­ment zum Schutz von Frau­en und Mäd­chen gegen jeg­li­che Form von Gewalt.

Die Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on (KRK) trat für die Schweiz 1997 in Kraft und stellt ein rechts­ver­bind­li­ches Abkom­men dar.

Der Inter­na­tio­na­le Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (UNO Pakt I) ist für die Schweiz 1992 in Kraft getre­ten und ver­pflich­tet die Schweiz unter Aus­schöp­fung all ihrer Mög­lich­kei­ten und mit allen geeig­ne­ten Mit­teln, die ver­an­ker­ten Zie­le in die­sem Bereich umzu­set­zen.
Der Inter­na­tio­na­le Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te (UNO Pakt II) trat für die Schweiz 1992 in Kraft und umfasst klas­si­sche Abwehr- und Frei­heits­ga­ran­ti­en sowie poli­ti­sche Garan­ti­en, die von den Mit­glied­staa­ten ver­bind­lich umge­setzt wer­den müs­sen.
Die Fakul­ta­tiv-Pro­to­kol­le, die ein Indi­vi­du­al­be­schwer­de­ver­fah­ren ermög­li­chen, wur­den betref­fend UNO-Pakt I und UNO-Pakt II von der Schweiz nicht rati­fi­ziert.